Neulandsehen

Ich.Du.Welt.

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Das Leben danach

davorDanach

Es ist viel Zeit vergangen. Zeit, in der sich wieder einmal alles verändert hat. Wenn man so möchte, ist nun ein weiterer Kreislauf für mich geschlossen. Die Reise ist vorbei. Ich bin wieder dort angelangt, wo ich angefangen habe. Und ich bin endlos froh darüber, dass sich der Kreis komplett geschlossen hat. Niemals hätte ich mir erträumt, dass die Wiederkehr solch eine Freude in mir hervorrufen würde. Eine Reflektion in Worten ist derzeit noch nicht möglich. Das kommt später - auch hier auf dieser Seite. Momentan sind es eher Gefühle, die ich reflektiere. Diese verschiedenen Emotionen, die ich in den letzten Monaten erfahren durfte. Emotionen der Vorfreude, der Trauer, der Spannung, der Gelassenheit und des Glücks. Ich war oft während dieser Zeit glücklich. Aber es war ein anderes Gefühl, als das ich vorher erfahren habe. Eine gelassene wohlfühlende Grundstimmung, die sämtliche Synapsen öffnete um die Umgebung, die Umwelt und die Erlebnisse intensiv aufnehmen zu können. Viele Erfahrungen, so kurz und klein sie auch gewesen sein mögen, habe ich als intensive Momente wahrgenommen, die sich in mein Gehirn gebrannt haben und mir nun als beeindruckende Erinnerungen vorkommen. Erinnerungen, die nur schwer zu erklären und darzustellen sind.

Es fällt mir schwer, meine Erlebnisse zu beschreiben, sie in wenige Sätze zu packen und anderen Menschen wiederzugeben. Das liegt einerseits natürlich an der Fülle der Erlebnisse. Ich möchte nicht nur fragmentierte Elemente der Erfahrungen erklären, möchte vielmehr das große Bild zeigen, mit all seinen Facetten. Es wird niemals klappen. Ich weiß das. Ich will das auch niemandem zumuten. Erzählungen von Reisen sind viel zu subjektiv und relativ, als das sie in ihrer Gesamtheit wahrgenommen werden könnten. Jeder fasst Erlebnisse und fremde Situationen anders auf. Eine Erkenntnis, die einem während der Reise in unzähligen Situationen offenbart wird. Eine Wertung der Erfahrungen kann eben nur durch den Betrachter erfolgen.

Und das führt mich zum zweiten Punkt, der es mir so wahnsinnig schwer macht, meine Erlebnisse zu beschreiben. Die Subjektivität der Erfahrung. Ich war zu Anfang mit Alex, meinem Bruder unterwegs. Er ist, wenn man so will, der Einzige, der viele der Erlebnisse nachvollziehen kann. Die letzten Monate jedoch war ich allein unterwegs. Eine Erfahrung, die ich intensiv genossen habe. Die mich aber auch mit meinen Erinnerungen allein lässt. Und ein Teilen dieser Reise fast unmöglich macht. Nur mir nahestehende Menschen werden in gewissen Teilen verstehen können, wie diese Reise für mich war. Wie ich sie aufgenommen habe und erfahren durfte. Eigentlich bedarf es da von meiner Seite kaum noch weiteren Erläuterungen. Ich kann zu vielen Situationen nichts sagen, da es zu subjektiv ist und nur meine Betrachtung und Interpretation beschreibt. Andere Reisende mögen komplett unterschiedliche Einschätzungen haben. Vor allem wenn sie nicht allein unterwegs waren.

Diese Zwickmühle befreit mich aber auch in weiten Teilen. Ich kann und muss auch nicht alles auswerten und beschreiben können. Viele Momente sind nun ein Teil von mir und werden für immer da bleiben. Und sie werden nie das Tageslicht erblicken, nie von anderen aufgenommen werden und weiterinterpretiert werden. Sie gehen in mir auf und erweitern meine Persönlichkeit. Dort werden sie hoffentlich zu erkennen sein und weiterverarbeitet. Sie werden ein Teil von mir, geben mir neue Sichtweisen, Ideen, Lebenserfahrung. Nun kommt es darauf an, was ich aus den Erfahrungen mache. Meine Darstellung und Interpretation der Ereignisse erfolgt gerade vor allem in mir. Nicht in Gesprächen oder anhand von Bildern. Es wird noch eine Weile dauern, bis dieses Speichern der Erinnerungen abgeschlossen ist. Und ich nehme mir bewusst viel Zeit dafür. Denn ich genieße es. Jeden Moment.

Posted on März 25th, 2011 by admin  |  2 Comments »

Kleine Musikeinlage

…von meinem neuen Ohrwurm.

Junip - Far away

Posted on März 2nd, 2011 by admin  |  No Comments »

Celine Dion in my head!

Diese Frau verfolgt mich schon seit Tagen! Ständig kommt dieses Titanic Lied. Jeden Tag. Immer die gleiche Soße. Entweder die Indos lieben Celine oder hier ist ein ganz komisches Omen im Gange!

Every night in my dreams
I see you, I feel you,
That is how I know you go on

Far across the distance
And spaces between us
You have come to show you go on

Near, far, wherever you are
I believe that the heart does go on
Once more you open the door
And you’re here in my heart
And my heart will go on and on

Love can touch us one time
And last for a lifetime
And never let go till we’re one

Love was when I loved you
One true time I hold to
In my life we’ll always go on

Near, far, wherever you are
I believe that the heart does go on
Once more you open the door
And you’re here in my heart
And my heart will go on and on

You’re here, there’s nothing I fear,
And I know that my heart will go on
We’ll stay forever this way
You are safe in my heart
And my heart will go on and on

Posted on Februar 24th, 2011 by admin  |  1 Comment »

Made in Indonesia

Borobudur, Java

Indonesien ist ein schönes Land. Mit schönen Menschen, einer schönen Kultur, schönen Landschaften und einer schönen Sprache. Und doch muss ich sagen, dass ich es nicht ganz durchschaue und neben sehr positiven Eindrücken schwirrt immer etwas Verwirrung mit. Wahrscheinlich ist genau das der Reiz von Südostasien. Man weiß nie, was man davon halten soll.

Die Indonesier haben bei mir echt einen guten – nagut, manchmal auch skurilen - Eindruck hinterlassen. Mit einem fast regelmäßigen Lächeln ausgestattet, einem selbstbewussten und doch höflich zurückhaltenden Wesen bewegen sich die Indonesier scheinbar gut im Zwiespalt zwischen Traditionen und Modernität. Ein großes Land mit sehr vielen Menschen! Über 250 Millionen Leute wohnen auf den über 700 Inseln. Es ist das größte muslimische Land der Welt – die Auslegung des Islam wird mit Buddhismus und Hinduismus gemischt. Christentum gibt es auch in bestimmten Regionen und auch da scheint sich die Religion der Eigenheiten der Kultur angepasst zu haben. Religion spielt also eine sehr große Rolle im Alltag. Das merkt man auch. Insgesamt scheinen die Indonesier eine allgemeine Entspannung mitzubringen. Muss man wohl auch haben, wenn so viele Leute in einem Land leben. Man ist hier nie allein. Bis zur Hochzeit wird bei den Eltern gewohnt. Danach geht es zum Ehemann und meist mit seiner Familie. Alle wohnen in einem Haus, das oft nur aus einem Zimmer besteht. Privatsphäre gibt es nicht. Und das hat wahrscheinlich auch Auswirkungen auf die Etiquette. Von den Chinesen hat man ja schon Einiges gehört. Aber die Indonesier schießen echt den Vogel ab. Hier wird gefurzt, gerülpst, gerotzt, als ob es das Normalste der Welt ist. Ich habe hier Geräusche von Menschen gehört, die ich nie für möglich gehalten hätte. Mischungen zwischen Schnarchen, Rülpsen und Blubbern. Das können westliche Beatboxer einpacken! Ein Sorry gibt es nicht, man schaut sich hier nicht mal blöd an, wenn ein fetter Furz losgelassen wird. Die Geräuschstoleranz ist so hoch, das ich nicht selten Angst habe, im Tinitusfieber zu enden. Apropos Angst. Denn die scheint es hier auch nicht zu geben. Ich spiele natürlich auf den Verkehr an. Okay, ich war noch nie in Indien, aber seitdem ich das hier gesehen habe, muss ich wohl auch nicht mehr dahin. Obwohl ich froh bin, wenn ich es überhaupt aus Indonesien schaffe, ohne ein fatales Verkehrsopfer zu werden. Motoroller schwirren wie Ameisenhaufen von links nach rechts, gebremst wird nur bei roten Ampeln und Busse haben eh das Überrecht für alles. Wer bei einer Busfahrt nach vorn schaut, wird sofort wieder hoch religiös. Letztens hatte eine ältere Dame aus Ungarn so eine Todesangst in ihrem Gesicht, dass ich ihr raten musste doch bitte auf keinem Fall nach vorn zu schauen. Sie sagte nur, dass dies die schrecklichste Busfahrt ihres Lebens sei – und gab ihrem Ehemann einen Blick, der eine tiefste Androhung von Trennung und Mord beinhaltete. Er hatte schon sein zweites 750ml Bier in der Hand. Und die Indonesier fragen sich bestimmt, warum diese Westler immer so abwesend im Bus sind. Ich habe mal gehört, dass man im Verkehr nie an Unfälle oder Risiko denken darf, denn dann wird auch etwas passieren. Wir sagen dazu wohl: Augen zu und durch. Hier allerdings wird das eher als religiöses Vertrauen verstanden.

Indonesier vergöttern „Westler“. Sie lieben uns und wollen genauso sein wie wir. So reich, so frei und so – ähh, ja reich. Die Jungs lassen sich mit uns fotografieren, um zu posen; die Mädels wollen sofort wissen, ob man verheiratet ist. Und reich. Denn alle „Weißen“ sind reich. Weil wir reisen können. Und zwar so lange. Das können Indonesier nicht. Ein Flug nach Europa ist unerschwinglich. Die Familie zu verlassen, ist undenkbar. Das Resultat?: Wenn du nicht nach Europa kannst, hole Europa zu Dir. Sei wie die Weißen, kaufe ein wie die Weißen, kleide dich wie die Weißen und mache einfach alles nach. Was du im Fernsehen und in der Werbung siehst… Diese Heroisierung der westlichen Welt macht mir große Sorgen. Sie verwässert die eigene Kultur, kreiert nicht realisierbare Träume, schafft ein falsches Bild von den Westlern und am schlimmsten: es gibt den Einheimischen immer einen gewissen Neidfaktor. Bei uns ist eben alles besser. Wie mich das anekelt!

Indonesien ist ein schönes Land. Mit schönen Menschen, einer atemberaubend schönen Natur und einer unverwechselbaren Kultur. Nicht mehr lange!

Posted on Februar 24th, 2011 by admin  |  3 Comments »

In Asien

Indo traveller

Wir leben gemeinsam in einer großen Welt. Und doch kann sie so verschieden sein. Manchmal bewegt man sich von einem Land in das Nächste, ohne es wirklich zu bemerken. Und manchmal verändert sich die Welt radikal. So ist es mir vor über einer Woche passiert. Die zurückgelegte Entfernung war bei Weitem nicht so weit wie man sie innerhalb Australiens zurücklegt und dennoch ist nichts mehr das Gleiche. Ich bin nun in Asien angekommen. Offiziell in Indonesien und inoffiziell auf der anderen Seite. Da wo alles anders ist. Da wo es anders schmeckt, wo es anders riecht, wo die Menschen anders aussehen, wo ich nichts mehr verstehe, wo ich fremd bin, wo ich auf einmal reich bin, da wo ich anders bin.

Da wo es anders ist, fühle ich mich gerade sehr wohl. Hier muss ich mich anstrengen, um weiter zu kommen, hier weiß ich nie, was morgen passieren wird oder kann. Jeder Tag verbirgt soviel Potenzial, dass ich abends todmüde ins Bett falle.

Das Reisen hier fühlt sich wie in alten Zeiten an. Es gibt kaum Fahrpläne, unendlich viele Fortbewegungsmittel und nur durch persönliches Fragen eröffnen sich Einem die Geheimnisse des Transports. Internet bringt hier gar nichts. Reisen heißt hier 22 Stunden unterwegs zu sein und dennoch gerade mal 500 Kilometer vorwärts zu kommen. Stunden lang auf den Bus zu warten, ohne einen blassen Schimmer zu haben, wann er kommt - ob er überhaupt kommt. Reisen heißt hier, um den Fahrpreis zu feilschen. Zum Bahnhofsmanager zu gehen, wenn der Zug angeblich voll ist und ihn nach einem Ticket zu fragen, das man natürlich nach spätestens 5 Minuten auch erhält. Und vor allem ständig in Kontakt mit anderen Fahrgästen zu sein. Schon nach einer Woche habe ich gefühlte zehn verschiedene Verkehrsmittel genutzt. Vom Roller bis zur Fähre. Wahrscheinlich habe ich mehr Zeit unterwegs als an einem Ort verbracht. Das ist Reisen. Hier weiß man, dass man sich fortbewegt und fühlt es auch. Leider empfinden wir das heutzutage als anders.

Ich bin nun allein unterwegs. Ich kann jeden einzelnen Moment, so sehr wie ich will, aufsaugen und in mein Gehirn einstempeln. Und dennoch wird der Moment verpuffen, er wird verschwinden und niemand wird wissen, wie er war, wie er sich angefühlt hat und welche Eindrücke er hinterlassen wird. Manche werden jetzt denken: „Wie schade“ oder „wie traurig, die Momente nicht teilen zu können“ aber ich finde das gerade einzigartig. Der Moment ist für mich da und ich kann ihn so aufnehmen wie ich möchte. Ohne Einflüsse und ohne Kompromisse. Es fühlt sich sehr intensiv an. Sehr lebendig und auch vergänglich. Momente eben, die so nie wiederkommen und so auch nie wieder aufgenommen werden können.

In der letzten Woche habe ich schon viel gesehen und Vieles erlebt. Ich war auf Bali surfen, bin nach Java über Nacht gefahren, habe mir die klassische Magenverstümmelung eingeholt, habe bei Sonnenaufgang einen aktiven Vulkan beobachtet und war am größten Buddha-Tempel der Welt. Jetzt schon merke ich, wie sehr mich das beeindruckt. Ich kann es genießen und bin froh darüber. Diese Erlebnisse mache ich zwar allein; doch einsam bin ich nie. Es sind ständig Menschen um mich herum, anders geht das hier auch gar nicht. Hier sind immer und überall Menschen. Privatsphäre fängt hier nach der Ehe an. Abstände und Hemmnisse werden anders definiert. Stört es mich, alle fünfen Minuten angesprochen zu werden? Überhaupt nicht. Auch wenn ich weiß, dass es wahrscheinlich nur zwei Gründe geben wird, warum ich angesprochen werde – nämlich entweder, um Geld zu verdienen oder aus Neugier – ich habe einen immensen Spaß dabei. Zum einen hilft es mir meine Ration an notwendiger Kommunikation zu bekommen und zum anderen lerne ich die Locals näher kennen. Und ich lasse mir Zeit dafür. Lasse mich mit schüchternen Jungs und Mädchen fotografieren, gebe Interviews, um Schülern beim Englisch-Lernen zu helfen und geh auch mal mit zur nächsten „Kunstausstellung“ (natürlich nur, wenn es auch wirklich eine gibt). Ja, ich wurde schon übern Tisch gezogen, habe schon zu viel für Transport gezahlt, überteuerte Sachen gekauft und musste auch schon lauter sein. Aber das gehört dazu. Mir wurde im Gegenzug auch schon sehr geholfen, Schnäppchen gegeben, der „Zugtrick“ gezeigt und tonnenweise Essen (umsonst) angeboten. Hier bewegt man sich eben in einer Gratwanderung – manchmal greift man in die Scheiße und manchmal erlebt man Sachen, von denen man geglaubt hätte, dass sie nur in Märchen (oder in schlechten Bollywood Filmen) passieren.

Willkommen in Asien, dem Kontinent, in dem man nie weiß, was sich hinter der nächsten Ecke versteckt und welche Überraschung morgen auf Dich wartet!

Posted on Februar 14th, 2011 by admin  |  2 Comments »

Australien

BeeGees - Brother Germans!

Und wieder kribbelt es im Bauch. Werden meine Fingerkuppen gnadenlos verunstaltet. Schwirren die Gedanken zwischen Erlebtem, dem zu Entdeckenden und bleiben im Jetzt stehen. Zeit, um zu rekapitulieren. Vier Monate in Australien sind vergangen, ein Teil meiner Reise ist vollbracht und der Zweite – Asien - wartet. Ich stelle mir Fragen wie: „Wie fandest du es?“ „Was war am Besten?“ „Willst du zurück?“ „Welche Aspekte dieser Reise werden dich noch lange prägen?“ Fragen, die, mir Kopfschmerzen bereiten, weil ich nicht wirklich beantworten kann. Denn so eine lange Reise ist vor allem eine Anhäufung von unzähligen zufälligen Ereignissen, sie ist so persönlich, und auch so intim. Sie lässt Gefühle entstehen, die ungewohnt sind. Gefühle der Orientierung, der Selbstsicherheit, Unsicherheit, der gesamten eigenen Persönlichkeit.

Meine Erwartungen an die Reise waren eher gering. Sie bezogen sich vielmehr auf mich selbst. Ich wollte weg von bestimmten Verpflichtungen und bösen Geistern, hin zu einer Welt, in der ich mich auf mein Selbst konzentrieren kann und ich vielleicht Antworten finde, die mir in meiner Zukunft weiterhelfen. Negativ ausgedrückt: Eine egozentrische Selbstfindung. Vielleicht habe ich in dieser Hinsicht nur wenige Fortschritte gemacht und ehrlich gesagt glaube ich kaum noch, dass mir diese Reise insgesamt dabei helfen wird. Aber ich habe anderes gefunden, dass mich noch lange Zeit begleiten wird.

Zunächst Australien: Dieser Kontinent ist erstaunlich. Er ist unterschätzt, er ist vergessen, soll heißen den meisten Menschen in seiner Vielfalt unbekannt. Vollgestopft mit unzähligen Superlativen schwimmt diese Insel am anderen Ende der Welt zumeist unbeachtet vor sich hin. Das jüngste Land und das Älteste zugleich, der trockenste Kontinent, die tödlichsten Tiere, der älteste Regenwald, die längste Küstenlinie, die größten Entfernungen, die einsamste Stadt, die schönste Oper, die besten Wellen, die größte Zyklone, das langsamste Internet, die größte Banane. Lass dir irgendein Superlativ einfallen und du bist in Australien. Die Australier hingegen spielen alles herunter. Schlangen sind gar nicht so giftig, Temperaturen nicht so hoch, das Bier nicht so teuer, Verletzungen nicht so schlimm, Wellen nicht so hoch und das Problem nicht existent. „No worries, mate. It’s too easy!“ Im Land des „Matesmansship“ – also der Kameradschaft – wird gearbeitet um zu leben. Hier wohnen eine Millionen Rentner im Campingwagen und verbringen ihren Lebensabend on the Road. In der Fischsaison oder zum guten Swell geht es morgens an den Strand, nicht ins Büro. Gastfreundschaft bedeutet, sich mehrere Tage frei zu nehmen, um den Deutschen die eigene Heimat zu zeigen und klarzumachen, das auch am anderen Ende der Welt Biertrinken das höchste Kulturgut ist. In Australien ist man nicht einsam. Man braucht sich nur mit einem Campingstuhl irgendwo hinzusetzen und wird innerhalb von fünf Minuten von Einheimischen umzingelt, die keine Mahnungen oder bösen Kommentare ablassen, sondern Lebensgeschichten auspacken, den prozentualen Anteil der deutschen Vorfahren aufzählen oder einem sofort ein Bier in die Hand reichen. Die größte Überraschung jedoch bietet die Natur. Es vergeht kein Tag, an dem man nicht einem neuen exotischen Lebewesen begegnet, das so irre aussieht, als ob es gerade vorbeigeschwirrt ist, um neu entdeckt zu werden. Insbesondere im Wasser konnte ich mein Mund vor lauter Erstaunen nur selten schließen (und bin zum Glück nicht dabei ertrunken). Riesige Schulen von Delfinen, Buckelwale, Schildkröten, fliegende Fische oder Rochen begrüßen Einem beim morgendlichen Surf und lassen diese Tiervielfalt schon fast banal aussehen.

Ich hatte in Australien übermäßig viel Glück. Einfacher hätte es für mich kaum sein können. Keine Planungen waren nötig, ich musste mich um fast nichts kümmern und konnte mich stets einfach nur dem Moment widmen. Eine Wohnung, ein Job, ein Auto, eine perfekte Route. Alles da. Das kam nicht von allein, sondern hatte einen Grund: Danke Alex. Ohne Dich wären diese vier Monate nicht so einfach gewesen, nicht so fei, nicht so unvergesslich. Ich finde es besonders, dass Brüder solche Erfahrungen miteinander machen können und dass wir uns so nahe stehen. Du hast mich in meiner Suche nach Antworten auf dieser Reise ein großes Stück näher gebracht.

Insgesamt fallen mir nur zwei Sätze als Zwischenfazit ein: Meine Ehrfurcht vor der Natur ist in den letzten Monaten noch viel intensiver geworden und damit verbunden bin ich mehr als dankbar, ein Teil dieses großen Lebensapparats zu sein. Und: In Wirklichkeit sind die Einem nahestehenden Menschen DAS, was zählt!

Posted on Februar 12th, 2011 by admin  |  2 Comments »

“Into the Wild” von Jon Krakauer

Und hier ein paar neue Buch-Reviews. Lange hats gedauert. ;-)

Into the Wild

Es ist immer wieder bemerkenswert, wie radikal Vergleiche zwischen einem Buch und dessen Verfilmung ausfallen. „Das Buch war besser!“ „Der Film kam null an das Buch heran.“ „Du musst das Buch lesen, dort wird alles viel tiefer beschrieben.“ Immer die gleichen Floskeln, die mich nerven, aber leider bisher immer stimmten. Nun ja, ich habe doch tatsaechlich ein Buch gefunden, dass weder schlechter noch besser als der Film ist, sondern den Film perfekt ergaenzt. Ich wuerde sogar so weit gehen und behaupten, dass man den Film erst richtig versteht, wenn man auch das Buch dazu gelesen hat.

Storyline: Chris MacCandless ist „Alex the Supertramp“. Er ist echt, soll heissen, die ganze Story ist in Wahrheit auch so geschehen. Er ist ein hochintelligenter junger Bursche aus Washington, der ein Problem hat: Er passt nicht in unsere moderne Gesellschaft und deren urbane, kuenstliche, nicht mehr an die Natur angepasste Lebenswelt. Er versteht nicht, wie Menschen in einem so hoch entwickelten Land wie die USA noch hungern muessen, wieso Karrieren Lebensziele sind und warum wir uns so abhaengig von Technik und Maschinen machen. Zwei weitere Fakten praegen sein Leben und veraendern seine Zukunft: Er verachtet die Verlogenheit seines Vaters und ist schon fast verrueckt nach Tolstoi und Jack London, zwei hochneurotische Extremromantiker. Folge: Nach seinem Vorzeigeabschluss an der Uni packt er seine Sachen und „wandert“ aus. Er durchquert die USA ohne Kontakt zu Familie, Freunden, ohne technische Hilfsmittel, ohne Plan und fast ohne Geld. Sein Traum: „das ultimative Alaska-Abenteuer“.

Der Film ist ein klassischer Abenteuerfilm, das Buch eher eine Dokumentation der Ereignisse. Es hinterfragt die Motive, Ziele und Absichten von Chris, gibt Interviews von Leuten, die Chris auf dem Weg kennen lernte und versucht zu erlaeutern, warum Chris einen grossen Meinungszwispalt bei so vielen Amerikanern ausgeloest hat. Ich habe erst den Film gesehen, dann das Buch gelesen. Es hat fuer mich Sinn gemacht und einen neuen, noch staerkeren Eindruck hinterlassen. Die Lust auf das Weiterreisen versterkt. Und Respekt fuer solch drastische Lebensentscheidungen geschaffen. Ich werde wohl mal Herrn Krakauer vorschlagen, das Buch und den Film im Doppelpack zu verkaufen.

Fuer die Unwissendenden bin ich diesmal gnaedig und verrate das Ende NICHT.

PEACE

Posted on Februar 3rd, 2011 by admin  |  1 Comment »

“Die Säulen der Erde” von Ken Follett

Pillars of the Earth

Wirklich ein Klopper von Buch, so viel sei schon einmal zu Beginn gesagt. Und trotzdem habe ich es verschlungen wie warme Semmeln (Yeah Sara weiss genau, wie schnell ich momentan echte deutsche Semmeln essen wuerde!). Der gute Herr Follett hat aus einem urst langweiligen Thema (naemlich Baukunst von Kathedralen im Mittelalter) eine stets spannend bleibende Geschichte gebastelt. Recht kurze, im Aufbau schon fast banale Kapitel fuehren durch die gesamte Story und halten den Leser am Ball. Anfangs sind die Kapitel sehr generell und geben meistens einen allgemeinen Ueberblick ueber bestimmte Charaktere und deren Hintergruende, dann baut sich die Story kontinuierlich auf und endet sehr konkret und spezifisch. Ende des Kapitels, das naechste bitte. Letztens habe ich Tron 3D im Kino gesehen und da kamen mir die einzelnen Filmkapitel aehnlich vor. Natuerlich noch unterstuetzt vom meisterlichen Daft Punk Soundtrack.
Storyline: Tom the Builder wohnt in England im 12. Jahrhundert und baut gern Haeuser, am liebsten jedoch Kathedralen. Nur wird gerade keine Kathedrale in seiner Heimatstadt gebaut. Also macht er sich auf den Weg mit Sack und Pack (also seiner Frau, 2 Kindern und einem Kind im Bauch seiner Frau). Alles geht schief. Kein Job, die Frau stirbt bei der Entbindung, das neugeborene Kind wird zurueckgelassen, ein verrueckter Graf nervt. Wermutstropfen: Eine neue Frau, die Tarzans Mutter sein koennte, weil 20 Jahre im Wald gelebt, ist schnell gefunden. Und Tom schafft es doch tatsaechlich, nach langem Hin und Her, unter Anderem der Brandstiftung einer Kathedrale, einen Job als Meisterbauer der neu zu errichtenden Kathedrale zu erhaschen. Die Geschichte nimmt kein Ende, Tom wird aelter, so wie der Rest der Bande und entsprechend aendern sich die Charaktere, kommen neue hinzu und vertiefen sich Nebencharktere zu Hauptpersonen. Staendig kommt eine neue Ueberraschung. Bei ueber 30 Kapiteln kein Wunder. Und trotzdem immer spannend. Dazu noch lehrreich und vor allem sehr anschaulich und bildhaft erklaert, wie die Lebensweise im 12. Jahrhundert wohl war. Im Gesamturteil muss ich zugeben, dass Herr Follett mich nicht nur ueberrascht, sondern ueberzeugt hat. Ein Buch, das gelesen werden sollte!
Als klassischer und schon dafuer bekannter Spielverderber muss ich noch erwaehnen: Am Ende wird die Kathedrale gebaut. ;-)

Posted on Februar 3rd, 2011 by admin  |  No Comments »

Das Süsseste und doch Unerreichbarste Geschenk auf dieser Welt!

Piece of Cake

Posted on Januar 24th, 2011 by admin  |  1 Comment »

Wildlife in Australien - da sieht selbst der Garten Eden blass aus

Als James Cook Ende des 17. Jahrhunderts die Ostküste Australiens erforschte, beschwerten sich seine Matrosen. Die “terra australis incognita”- die unbekannte südliche Welt war ihnen zu laut. Die Vogelwelt zu überwältigend, dass die Geräusche für die Matrosen unerträglich waren. So schlimm, dass sie befürchteten, verrückt von diesem konstanten Lärm zu werden.

Heutzutage wird man nicht mehr verrückt vom Vogellärm. Dafür haben die Siedler gesorgt. Und dennoch ist es manchmal unglaublich, wie vielfältig die Tier- und vor allem die Vogelwelt in diesem Kontinent ist. Ich habe so etwas noch nie zuvor gesehen. Es flasht mich täglich. Hier deshalb ein paar “Tierbilder”. Wie bei Wendy, nur echt. Zuerst jedoch ein kurzes Video vom “Busch” - hör auf die Zikaden - die sind so laut, dass sie ohrenbetäubend wirken.

Buckelwal in Byron Bay

Papagei in rot, grün, blau

Australischer Truthahn. Da geschützt, nicht zum Essen geeignet.

Python im Regenwald - momentan wahrscheinlich überflutet

Australische Krähe - Achtung, wahrscheinlich gefährlicher als eine Python, beißt!

Käfer, der stirbt, wenn seine Kinder schlüpfen - Wer kennt den Namen dieses Käfers???

Cuckadoo, diesmal weiß, rot, schwarz

Weihnachtsmade - nein, die ist nicht tödlich.

Cuckadoo - in rot und blau

Knuts Käferentdeckung. Verstärkung für Team Falcon!

Sogar die Tauben sind hier schöner.

The Roo!

Posted on Januar 19th, 2011 by admin  |  No Comments »

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