Das Leben danach


Es ist viel Zeit vergangen. Zeit, in der sich wieder einmal alles verändert hat. Wenn man so möchte, ist nun ein weiterer Kreislauf für mich geschlossen. Die Reise ist vorbei. Ich bin wieder dort angelangt, wo ich angefangen habe. Und ich bin endlos froh darüber, dass sich der Kreis komplett geschlossen hat. Niemals hätte ich mir erträumt, dass die Wiederkehr solch eine Freude in mir hervorrufen würde. Eine Reflektion in Worten ist derzeit noch nicht möglich. Das kommt später - auch hier auf dieser Seite. Momentan sind es eher Gefühle, die ich reflektiere. Diese verschiedenen Emotionen, die ich in den letzten Monaten erfahren durfte. Emotionen der Vorfreude, der Trauer, der Spannung, der Gelassenheit und des Glücks. Ich war oft während dieser Zeit glücklich. Aber es war ein anderes Gefühl, als das ich vorher erfahren habe. Eine gelassene wohlfühlende Grundstimmung, die sämtliche Synapsen öffnete um die Umgebung, die Umwelt und die Erlebnisse intensiv aufnehmen zu können. Viele Erfahrungen, so kurz und klein sie auch gewesen sein mögen, habe ich als intensive Momente wahrgenommen, die sich in mein Gehirn gebrannt haben und mir nun als beeindruckende Erinnerungen vorkommen. Erinnerungen, die nur schwer zu erklären und darzustellen sind.
Es fällt mir schwer, meine Erlebnisse zu beschreiben, sie in wenige Sätze zu packen und anderen Menschen wiederzugeben. Das liegt einerseits natürlich an der Fülle der Erlebnisse. Ich möchte nicht nur fragmentierte Elemente der Erfahrungen erklären, möchte vielmehr das große Bild zeigen, mit all seinen Facetten. Es wird niemals klappen. Ich weiß das. Ich will das auch niemandem zumuten. Erzählungen von Reisen sind viel zu subjektiv und relativ, als das sie in ihrer Gesamtheit wahrgenommen werden könnten. Jeder fasst Erlebnisse und fremde Situationen anders auf. Eine Erkenntnis, die einem während der Reise in unzähligen Situationen offenbart wird. Eine Wertung der Erfahrungen kann eben nur durch den Betrachter erfolgen.
Und das führt mich zum zweiten Punkt, der es mir so wahnsinnig schwer macht, meine Erlebnisse zu beschreiben. Die Subjektivität der Erfahrung. Ich war zu Anfang mit Alex, meinem Bruder unterwegs. Er ist, wenn man so will, der Einzige, der viele der Erlebnisse nachvollziehen kann. Die letzten Monate jedoch war ich allein unterwegs. Eine Erfahrung, die ich intensiv genossen habe. Die mich aber auch mit meinen Erinnerungen allein lässt. Und ein Teilen dieser Reise fast unmöglich macht. Nur mir nahestehende Menschen werden in gewissen Teilen verstehen können, wie diese Reise für mich war. Wie ich sie aufgenommen habe und erfahren durfte. Eigentlich bedarf es da von meiner Seite kaum noch weiteren Erläuterungen. Ich kann zu vielen Situationen nichts sagen, da es zu subjektiv ist und nur meine Betrachtung und Interpretation beschreibt. Andere Reisende mögen komplett unterschiedliche Einschätzungen haben. Vor allem wenn sie nicht allein unterwegs waren.
Diese Zwickmühle befreit mich aber auch in weiten Teilen. Ich kann und muss auch nicht alles auswerten und beschreiben können. Viele Momente sind nun ein Teil von mir und werden für immer da bleiben. Und sie werden nie das Tageslicht erblicken, nie von anderen aufgenommen werden und weiterinterpretiert werden. Sie gehen in mir auf und erweitern meine Persönlichkeit. Dort werden sie hoffentlich zu erkennen sein und weiterverarbeitet. Sie werden ein Teil von mir, geben mir neue Sichtweisen, Ideen, Lebenserfahrung. Nun kommt es darauf an, was ich aus den Erfahrungen mache. Meine Darstellung und Interpretation der Ereignisse erfolgt gerade vor allem in mir. Nicht in Gesprächen oder anhand von Bildern. Es wird noch eine Weile dauern, bis dieses Speichern der Erinnerungen abgeschlossen ist. Und ich nehme mir bewusst viel Zeit dafür. Denn ich genieße es. Jeden Moment.

















